Wenn Sie schon einmal eine schöne Kerze angezündet und dann einen schmalen Krater in der Mitte entdeckt haben, wissen Sie, wie ärgerlich das sein kann . Es ist ein bisschen so, als würde man nur ein Stück Kuchen essen – der Rest bleibt unversehrt, und man hat nichts außer Geschmack und Geld übrig. Die gute Nachricht? Tunnelbildung lässt sich leicht reduzieren und oft sogar beheben. In dieser einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung erkläre ich das Problem, wie man es behebt und wie man dafür sorgt, dass die Kerze gleichmäßig abbrennt.
Was ist Kerzentunnelung?
Tunnelbildung entsteht, wenn eine Kerze ihr Wachs nur in einem schmalen, zentralen Streifen um den Docht herum schmilzt, anstatt einen breiten, gleichmäßigen Wachssee über den gesamten Durchmesser zu bilden. Ein zu hoher Wachsrand blockiert Luft und Wärme, wodurch die Flamme schwächer wird und erlischt. Dies reduziert die Brenndauer und die Duftintensität. Kerzen, die nach innen abbrennen, verbrauchen daher nicht ihr gesamtes Wachs und hinterlassen einen unansehnlichen, enttäuschenden Wachssee.
Warum ist das ein Problem? Weil die Kerze so konstruiert ist, dass das Wachs gleichmäßig schmilzt. Sobald sich ein „Gedächtnisring“ bildet – die erste, zu schmale Wachspfütze – merkt sich die Kerze diese Form und vertieft den Tunnel bei jedem weiteren Anzünden. Deshalb ist das erste Anzünden so wichtig.
Warum brennen Kerzen tunnelartig ab? Häufige Ursachen
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Die anfängliche Brenndauer ist zu kurz. Wenn wir die Kerze löschen, bevor das Wachs bis zum Rand des Gefäßes geschmolzen ist, entsteht der bereits erwähnte Erinnerungsring.
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Zugluft und kalte Räume. Die Luftbewegung kippt die Flamme und kühlt die Seiten des Glases ab. Die Wärme verteilt sich nicht gleichmäßig.
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Ein unbeschnittener oder ungeeigneter Docht. Ein zu langer Docht raucht und brennt in der Mitte zu heiß; ein zu kurzer Docht erstickt die Flamme und hat nicht die nötige Kraft, die Ränder aufzulösen.
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Die Pause zwischen den Brennvorgängen ist zu kurz. Das Wachs muss vollständig aushärten. Zu häufiges, kurzes Anzünden begünstigt die Tunnelbildung.
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Herstellungsfehler. Manchmal ist die Dochtgröße nicht mit dem Gefäßdurchmesser abgestimmt, oder es ist zu viel Farbstoff oder Duftstoff enthalten. Dies kann die Flamme dämpfen.
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Eine zu lange Rauchsitzung. Paradoxerweise können sehr lange Rauchsitzungen (über 4 Stunden) zu Überhitzung und Schwächung des Dochtes führen, wodurch dieser an Stabilität verliert.
Wie lässt sich Tunneling bei Kerzen beheben?
Die gute Nachricht: Selbst wenn sich bereits ein Tunnel gebildet hat, lässt sich die Kerze oft noch in Form bringen. Hier sind einige bewährte Methoden.
Aluminiumfolienmethode („Aluminiumhut“)
Das ist die einfachste Lösung. Wickeln Sie die Oberseite der Kerze in Alufolie ein, lassen Sie dabei aber einen Spalt über dem Docht. Die Hitze wird von der Folie reflektiert und schmilzt die Ränder gleichmäßiger. Achten Sie darauf, dass die Flamme genügend Luft bekommt. Lassen Sie die Kerze 30–60 Minuten brennen und entfernen Sie dann die Folie. Die Oberfläche sollte nun glatt sein.
Erwärmung der Oberfläche
Besitzen Sie ein Heißluftgebläse zum Prägen oder einen Haartrockner mit Warmluftfunktion? Erwärmen Sie die oberste Wachsschicht vorsichtig, indem Sie den Luftstrom schräg und in einer kreisenden Bewegung führen, um ein Überhitzen einzelner Stellen zu vermeiden. Sobald das Wachs bis zum Rand geschmolzen ist, löschen Sie die Kerze und lassen Sie sie flach abkühlen. So lässt sich das Wachs in einer Kerze schnell und gleichmäßig verteilen .
„Auffüllen“, d. h. Wachs hinzufügen
Sobald sich eine tiefe Mulde gebildet hat, kann man eine kleine Menge des gleichen (oder eines ähnlichen) Wachses schmelzen und so lange hinzufügen, bis die Oberfläche bündig mit dem Rand abschließt. Dies ist eine etwas aufwendigere Methode, die häufiger von Kerzenherstellern angewendet wird, aber sie ist effektiv.
Mechanische Korrektur
Wenn das Wachs an den Rändern sehr hoch steht, können Sie vorsichtig mit einem Messer eine dünne Schicht abschneiden und daraus Teelichter formen. Achten Sie darauf, den Docht oder das Glas nicht zu beschädigen. Anschließend können Sie den restlichen Wachs mit der Alufolienmethode gleichmäßig verteilen.
Wie kann man die Oberfläche einer Kerze glätten?
Sie fragen sich, wie Sie die Oberfläche einer Kerze glätten können , damit sie wieder wie neu aussieht? Der Schlüssel liegt darin, die oberste Schicht dünn und gleichmäßig anzuschmelzen.
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Punktuelle Wärmebehandlung. Kurze, wenige Sekunden dauernde Hitzestöße (Föhn/Heißluftpistole) aus einem Abstand von 15–20 cm. In kreisenden Bewegungen arbeiten.
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Nicht pusten. Nicht in die Flamme pusten oder das heiße Glas bewegen – Wachs könnte auslaufen.
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Langsam abkühlen lassen. Nach dem Ausrichten die Kerze in Ruhe lassen, bis sie vollständig erstarrt ist (ca. 2–3 Stunden). Vibrationen und Bewegungen erzeugen Wellen und Vertiefungen.
Tipps für gleichmäßiges Abbrennen von Kerzen (und einen duftenden Raum)
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Der erste Brennvorgang ist entscheidend. Lassen Sie die Kerze so lange brennen, bis das Wachs bis zum Rand des Glases geschmolzen ist. Dies dauert je nach Durchmesser in der Regel 2–4 Stunden. Dieser Schritt ist am wichtigsten, um ein Tunnelbrennen zu verhindern.
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Kürzen Sie den Docht auf 3–5 mm. Entfernen Sie die verkohlte „Pilzspitze“ vor jedem Anzünden. Ein kurzer, gerader Docht brennt gleichmäßiger und sauberer.
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Zugluft vermeiden. Stellen Sie die Kerze fern von Fenstern, Klimaanlagen und stark frequentierten Wegen auf. Eine gleichmäßige Flamme sorgt für eine gleichmäßige Wachsmenge.
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Die Sitzungen dauern 2–4 Stunden, mit Pausen von 1–2 Stunden. Lange „Marathons“ schwächen die Wirkung, während zu kurze „Pieptöne“ zu Gedächtnisproblemen führen. Die goldene Mitte ist am besten.
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Die Oberfläche muss sauber sein. Legen Sie keine Streichhölzer, Blumen, Kristalle oder Folie in das Wachs. Verunreinigungen beeinträchtigen die Verbrennung und können die Flamme ersticken.
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Wählen Sie die Kerze passend zum Raum. Eine kleine Kerze wird das Wohnzimmer nicht ausreichend mit Duft erfüllen. In größeren Räumen verwenden Sie am besten zwei kleinere Kerzen an verschiedenen Stellen.
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„Reife“ Pflanzenwachskerzen. Soja- und Kokosnusskerzen entfalten ihren vollen Duft oft erst einige bis zwölf Tage nach dem Gießen. Lassen Sie sie ruhen – dies ist ein natürlicher Prozess der Aromastabilisierung.
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Ein Ständer und eine ebene Arbeitsfläche. Bei schiefem Untergrund fließt das Wachs zur Seite.
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So richten Sie eine Stumpenkerze (ohne Gefäß) wieder gerade: Falls sie sich während der Lagerung verbogen hat, weichen Sie sie kurz in warmem (nicht heißem!) Wasser ein, bis sie biegsam ist. Rollen Sie sie dann auf einer ebenen Fläche und richten Sie sie vorsichtig wieder gerade. Lassen Sie sie anschließend aufrecht abkühlen.
Was tun, wenn eine Kerze nicht brennen will?
Manchmal erlischt die Flamme trotz aller Bemühungen nach wenigen Sekunden. Hier sind die Ursachen und schnelle Lösungen:
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Der Docht ist zu kurz oder verstopft. Entfernen Sie vorsichtig die dünne Wachsschicht um den Docht, sodass 2–3 mm trockener Docht freiliegen. Schneiden Sie überschüssiges Wachs ab.
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Das Wachs läuft über den Docht. Löschen Sie die Kerze, warten Sie, bis das Wachs etwas abgekühlt ist, schöpfen Sie mit einem Löffel etwas flüssiges Wachs um den Docht herum ab und versuchen Sie es erneut.
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Zu viel Farbstoff oder Duftöl. Wenn die Kerze einen erdrückenden Duft verströmt, enthält sie möglicherweise zu viele Zusatzstoffe. Stellen Sie sie an einen ruhigen Ort, kürzen Sie den Docht und halten Sie die Brenndauer kurz.
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Das Glas ist kalt. Die kalten Wände absorbieren die Wärme. Lassen Sie die Kerze auf Zimmertemperatur erwärmen und stellen Sie sie für die ersten 20–30 Minuten an einen zugfreien Ort.
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Angetrocknete Rückstände befinden sich am Docht. Entfernen Sie Streichholzreste, Sägemehl und Blüten. Diese bilden eine Barriere für Wachs und Sauerstoff.
Sicherheit geht vor
Denken Sie daran, die Kerze ordnungsgemäß zu löschen. Verwenden Sie am besten einen Kerzenlöscher oder tauchen Sie den Docht mit einem Haken ins Wachs und richten Sie ihn gerade. Lassen Sie die Kerze nicht vollständig abbrennen: Belassen Sie 5–10 mm Wachs am Boden.
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Kerzen sollten immer auf einer nicht brennbaren, stabilen Oberfläche, fern von Vorhängen, Kindern und Haustieren, abgestellt werden.
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Eine brennende Kerze darf nicht bewegt oder unbeaufsichtigt gelassen werden.
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Achten Sie darauf, die passende Dochtlänge zu verwenden und die Wachsplatte regelmäßig von Krümeln zu befreien.
Zusammenfassung – ein einfaches Rezept für eine schöne Flamme
Ein korrektes erstes Anzünden, das Kürzen des Dochtes und das Vermeiden von Zugluft sind drei Schritte, die das Tunneln der Kerze nahezu vollständig verhindern . Sollte es dennoch zu Problemen kommen, wissen Sie nun, wie Sie das Tunneln beheben können – von Alufolie über sanftes Erhitzen bis hin zum Nachfüllen von Wachs. Mit diesen Tipps brennen Ihre Kerzen gleichmäßig, lange und stressfrei ab, sodass Sie ihr volles Duftpotenzial genießen können.
Zum Schluss noch eine kleine Bitte an sich selbst: Wenn Sie das nächste Mal eine neue Kerze anzünden, geben Sie ihr Zeit. Lassen Sie sie eine gleichmäßige, glänzende Oberfläche bis zum Rand bilden. Das ist der günstigste und effektivste Trick für ein perfektes Abbrennen – heute, morgen und bis zum letzten Tropfen Wachs. Ehrlich.