Wenn du gerade erst mit dem Kerzenmachen anfängst, stellst du dir immer wieder dieselbe Frage: Welches Kerzenwachs soll es sein? Die Regale sind voll von Wachsen mit ähnlich klingenden Namen. Doch die Unterschiede sind real – sie beeinflussen Duft, Aussehen, Sicherheit und Anwendungsfreundlichkeit. Dieser Ratgeber hilft dir, die beliebtesten Wachssorten stressfrei kennenzulernen, ihre Zusammensetzung zu verstehen und das richtige Material für deinen kreativen Stil zu finden. Stell dir Wachs wie einen Pizzaboden vor: Er entscheidet darüber, ob du eine knusprige Pizza oder einen flachen, selbstgemachten Boden bekommst. Also lass uns versuchen, den perfekten „Boden“ für deine Kerze zu backen.
Sojawachs: eine umweltfreundliche Wahl für den Anfang
Sojawachs wird aus gehärtetem Sojaöl hergestellt. Es ist pflanzlich, biologisch abbaubar und beliebt bei allen, die Wert auf natürliche Lösungen legen. Es sorgt für eine cremige, glatte Oberfläche und eignet sich für verschiedenste Behälter, von Gläsern bis hin zu Keramik. Da es kühler verbrennt als Paraffin, brennt die Kerze in der Regel länger und gleichmäßiger. Der Duft? Im kalten Zustand verströmt es einen charakteristischen Duft, der sich angenehm, aber dezenter als bei Paraffin entfaltet. Dies ist ein Pluspunkt für alle, die es im Wohnzimmer lieber etwas dezenter mögen, aber ein Nachteil, wenn man sich in einem großen Raum eine intensive Aromatherapie wünscht.
Auch Sojawachs hat seine Eigenheiten. Es kann an den Wänden des Gefäßes „festfrieren“ und leichte Verfärbungen verursachen, was bei pflanzlichen Wachsen normal ist. Richtiges Erhitzen, die passende Gießtemperatur und geduldiges Aushärten der Kerze (3–14 Tage) verbessern Aussehen und Duft. Wenn Sie Formen ohne Gefäß verwenden möchten (z. B. Säulenkerzen, Figuren), suchen Sie nach speziellen Sojawachsmischungen zum Gießen oder wählen Sie ein anderes Wachs, da reines Sojawachs zu spröde sein kann.
Vorteile: Kräuterzusammensetzung, lange Brenndauer, einfache Handhabung in Gläsern.
Nachteile: Ästhetische Ungenauigkeiten, mäßige Duftabgabe beim Abbrennen, Empfindlichkeit gegenüber der Umgebungstemperatur.
Bienenwachs: natürlich und traditionell
Bienenwachs ist ein Klassiker aus dem Bienenstock. Es entsteht beim Bau der Waben und verströmt daher selbst im Würfel einen zarten Honigduft, der für sich genommen schon wunderschön ist. Bienenwachskerzen brennen mit einer ruhigen, hellen Flamme und sind für ihr langes, sauberes Abbrennen bekannt. Sie eignen sich hervorragend für Tischkerzen, klassische Stumpenkerzen und dekorative Gussformen – Bienenwachs ist formbar und mechanisch widerstandsfähig.
Bienenwachs ist jedoch aromatischer als neutrale Wachse: Wenn Sie parfümierte Kompositionen präsentieren möchten, bedenken Sie, dass sich die natürliche Honignote mit den Ölen vermischen kann. Bienenwachs hat einen höheren Schmelzpunkt, weshalb stärkere Dochte und gründlichere Tests erforderlich sind. Es ist außerdem teurer – Qualität und Herkunft stehen hier im Vordergrund.
Vorteile: Natürlichkeit, schöner Goldton, langlebige Kerzen, hervorragende Formgebung.
Nachteile: Preis, eigener Basisduft, höhere Anforderungen an den Docht.
Kokoswachs: eine moderne Alternative
Kokoswachs wird aus verschiedenen Ölfraktionen des Kokosfleisches hergestellt (oftmals gemischt mit anderen Pflanzenwachsen). Es hat einen niedrigen Schmelzpunkt, eine samtige Textur und absorbiert Duftstoffe hervorragend. Das Ergebnis sind sehr glatte Oberflächen und ein angenehmer Duft im Raum. Im Vergleich zwischen Kokos- und Sojawachs entscheiden sich viele aufgrund des Aussehens und des Duftes für Kokoswachs, während Sojawachs leichter erhältlich und günstiger ist.
Kokosfaser eignet sich hervorragend für Kerzen in Behältern – in Kerzen ohne Behälter kann sie zu weich sein, daher mischen Hersteller sie oft mit Soja- oder Rapsöl, um sie härter zu machen. Sie ist etwas teurer als Soja, bietet aber einen „Premium-Effekt“: eine wunderschöne, cremige Glasur, minimales Schrumpfen und einen eleganten Glanz beim Gießen.
Vorteile: sehr glatte Oberfläche, hervorragende Duftbeständigkeit, niedriger Schmelzpunkt.
Nachteile: höherer Preis, in der Regel für Behälter, oft in Form von Mischungen (Spezifikationen unbedingt lesen).
Paraffinwachs: klassisch und vielseitig
Paraffin ist ein gereinigter Rohstoff aus der Erdölindustrie. Es ist berechenbar, hart und verströmt beim Erhitzen einen intensiven Duft. Deshalb gilt es seit Langem als das beste Material für die Kerzenherstellung: Es ermöglicht die Herstellung von Kerzen in Behältern und Säulenkerzen, lässt sich leicht aus Formen lösen, färbt gleichmäßig und das fertige Produkt hat ein unverwechselbares, intensives Aroma.
Herausforderungen? Es ist ein unnatürliches Material, was manche Hersteller als Nachteil sehen. Es verbrennt außerdem heißer und somit schneller und kann rauchen, wenn der Docht nicht richtig gewählt ist. Wer jedoch Wert auf intensive Duftentfaltung und leuchtende, reine Farben legt, findet in Paraffin nach wie vor ein hervorragendes und preisgünstiges Duftöl.
Vorteile: sehr gute Duftintensität, Vielseitigkeit, hervorragende Formgebung.
Nachteile: petrochemischer Ursprung, schnellere Verbrennung, mögliche Rußemissionen bei falscher Konfiguration.
Woraus besteht Kerzenwachs? Kurze Erklärung
Sojabohne: aus gehärtetem Sojaöl.
Bienenwachs: aus Wachswaben, die von Bienen hergestellt werden.
Kokosnuss: aus den Ölfraktionen des Kokosfleisches (oft eine Mischung).
Paraffin: aus raffinierten Erdölfraktionen.
Sie werden auch auf Palmwachs stoßen (das nach dem Aushärten charakteristische Kristalle bildet). Oft stellt sich die Frage „Soja- oder Palmwachs?“ – Palmwachs bietet zwar eine interessante Optik, erfordert aber die bewusste Auswahl der Lieferanten und die Kontrolle der Rohstoffherkunft. Für Anfänger sind Soja- oder Kokoswachs einfacher zu handhaben.
Wie wählt man das richtige Kerzenwachs aus?
Überlegen Sie sich zunächst, was Sie herstellen möchten und für wen. Träumen Sie von einer Duftkerze im Glas mit zartem Duft und einer besonderen Geschichte? Dann beginnen Sie mit Sojawachs. Legen Sie Wert auf Tradition und eine dezente, honigartige Atmosphäre ohne zusätzliche Duftstoffe? Dann wählen Sie Bienenwachs. Wünschen Sie sich einen cremigen Wow-Effekt und eine gute Duftbeständigkeit im Glas? Dann greifen Sie zu Kokoswachs. Und wenn Sie eine intensive Duftentfaltung und leuchtende Farben bevorzugen und die Herkunft des Materials für Sie nicht so wichtig ist, ist Paraffin die perfekte Wahl.
Praktische Tipps für den Einstieg:
Die Abstimmung von Docht, Wachs und Gefäßdurchmesser ist die wichtigste technische Entscheidung. Testen Sie jeweils nur einen Parameter und notieren Sie die Ergebnisse. Achten Sie auf die Temperatur: Wachs mag es, wenn Sie die vom Hersteller empfohlenen Temperaturen zum Erhitzen, Rühren und Gießen einhalten. Geben Sie der Kerze Zeit zum Reifen – insbesondere pflanzliche Wachse belohnen Sie nach einigen Tagen mit einem intensiveren Duft. Scheuen Sie sich nicht vor Mischungen: Eine Soja-Kokos-Mischung vereint ein cremiges Aussehen mit einer angenehmen Duftabgabe, und die Zugabe einer kleinen Menge härteren Wachses ist bei gegossenen Kerzen hilfreich.
Ein kurzer Vergleich in Kürze
Anwendung:
Soja – Behälter, dekorative Kerzen mit weichem Erscheinungsbild
pszczy – Säulenkerzen, klassische Kerzen, natürlicher Duft ohne Öle
Kokosnuss – „Premium“-Behälter, hohe Oberflächenglätte, gute Duftstoffaufnahmekapazität
Paraffin – Behälter, Säulen, Gussstücke mit scharfer Kontur und starkem Geruch
Erscheinungsbild und Leistung:
Soja – cremig, kann etwas eigenwillig sein, erfordert Geduld
pszczy – golden, plastisch, massiv
Kokosnuss – samtig, sehr glatt, niedriger Schmelzpunkt
Paraffin – hart, berechenbar, leicht zu färben
Geruch:
Soja – von Natur aus zart beim Räuchern
pszczy – seine eigene Honignote, Öle spielen leiser
Kokosnuss - sehr gute Projektion in Behältern
Paraffin – die stärkste warme Projektion
Zusammenfassung: Welches Wachs wird „dein“ sein?
Es gibt nicht den einen perfekten Kerzenmacher – jeder hat andere Bedürfnisse und Vorlieben. Wenn du gerade erst anfängst und dich fragst: „Welches Kerzenwachs soll ich wählen?“, sind Soja- oder Kokoswachs die einfachste Wahl. Bienenwachs ist ideal, wenn du die Natur in ihrer reinsten Form und klassische Kerzen ohne aufdringliche Duftstoffe magst. Und wenn du von intensiven Düften und kräftigen Farben träumst, ist Paraffin die perfekte Lösung. Beginne mit kleinen Mengen, teste Dochte, Duftdosierungen und Temperaturen. Nach ein paar Versuchen findest du dein eigenes Rezept – und deine Kerzen brennen genau so, wie du es dir vorgestellt hast.