Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen Raum, der in einem warmen Schein erstrahlt. Aber das ist kein gewöhnliches Licht. Es ist ein tiefes Burgund, ein beruhigendes Blau oder ein energetisierendes Limettengrün. Eine Kerze ist nicht nur eine Lichtquelle, die die Stimmung eines ganzen Raumes verändern kann.
Deshalb ist das Kerzenfärben zu einem so beliebten Hobby geworden. Eine weiße, reine Kerze ist wie eine leere Leinwand, die auf Ihre Gestaltung wartet. Doch jeder, der es schon einmal versucht hat, weiß, dass das Erreichen der perfekten Farbe keine leichte Aufgabe ist. Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass ein schönes Rot nach dem Erstarren zu einem verblassten Rosa wurde oder seltsame Punkte am Boden des Glases zurückblieben? Keine Sorge, das ist am Anfang normal. Heute gebe ich Ihnen Tipps, wie Sie das in den Griff bekommen.
Methoden zum Färben von Bienenwachs
Beginnen wir mit dem Klassiker, dem Wachs, das uns die Bienen geben. Bienenwachsfärbung ist ein bisschen wie das Malen auf gelbem Papier statt auf weißem. Dieser Rohstoff hat seinen eigenen, starken Charakter und einen natürlichen, goldenen Farbton.
Was bedeutet das für Sie? Dass das Erzielen kühler Farben (wie Blau oder Violett) schwierig sein wird – sie werden oft „schmutzig“ oder grünlich ausfallen. Bienenwachs liebt warme Farben: Rot, Orange und Braun.
Für Bienenwachs eignen sich am besten fettlösliche Farbstoffe in Pastillen oder Blöcken, die speziell für Naturkerzen entwickelt wurden. Sie sind hochkonzentriert. Beachten Sie jedoch eine Regel: Dieses Wachs ist dickflüssig und fettig. Wenn Sie zu viel Farbstoff verwenden, kann der Docht verstopfen und die Kerze erlischt. Das ist wie beim Salzen einer Suppe – es ist einfacher, mehr hinzuzufügen, als es wieder herauszunehmen.
Natürliche Kerzenfarben
Viele Leute fragen, womit man Kerzen färben kann, um zu 100% im Einklang mit der Natur zu bleiben. Wenn Sie Chemie meiden, können Sie in Ihrem Gewürzregal nachsehen. Natürliche Kerzenfarben sind ein faszinierendes Thema, erfordern jedoch Experimentierfreude.
Sie können verwenden:
-
Kurkuma - für eine schöne, warme gelbe Farbe.
-
Edelsüßpaprika - ergibt ein zartes Orange.
-
Alkanawurzel - färbt violett-rosa (am besten vorher in geschmolzenem Wachs einweichen und abseihen).
-
Spirulinapulver - für Grüntöne.
Wichtiger Hinweis: Natürliche Farbstoffe ergeben pastellige, erdige Farben, niemals so neonfarben wie synthetische. Außerdem handelt es sich um feste Partikel. Sie müssen das Wachs sehr sorgfältig filtern (z.B. durch Gaze), bevor Sie es in die Form gießen. Andernfalls setzen sich die Partikel am Boden ab oder verstopfen den Docht, und die Kerze raucht nur, anstatt zu brennen.
Wie färbt man Sojawachs?
Sojawachs ist der Liebling der Handwerker. Es ist milchig-weiß, nimmt Farben hervorragend an und ist sehr „dankbar“ in der Verarbeitung. Aber wie färbt man Sojawachs, damit die Farbe so glatt wie eine Eisfläche wird?
-
Wählen Sie den richtigen Farbstoff. Für Soja eignen sich am besten flüssige Fettfarbstoffe (ergeben gleichmäßige, halbtransparente Farben) oder Flockenfarbstoffe (ergeben tiefe, matte Töne). Verwenden Sie niemals Lebensmittelfarben auf Wasserbasis! Wasser und Wachs sind Feinde – es entstehen Absplitterungen und die Kerze wird knistern.
-
Wachs schmelzen. Geduldig, im Wasserbad.
-
Farbstoff hinzufügen. Sehr langsam umrühren. Stellen Sie sich vor, Sie rühren eine dicke Sauce – Sie wollen keine Luft hineinlassen, da sonst unschöne Blasen entstehen.
Der Schlüssel zum Erfolg bei Soja ist der Kampf gegen das sogenannte „Frosten“ (weißer Belag). Das ist eine natürliche Eigenschaft von Soja, aber gutes Mischen des Farbstoffs und die richtige Gießtemperatur können dies minimieren.
Wann sollte man dem Sojawachs Farbe hinzufügen?
Dies ist der Moment, in dem viele Schöpfer einen Fehler machen. Die Temperatur ist Ihr bester Freund oder Ihr schlimmster Feind. Also, wann sollte man dem Sojawachs Farbe hinzufügen?
Die goldene Regel lautet: Wir fügen den Farbstoff bei einer Temperatur von etwa 70-80°C hinzu.
Warum?
-
Wenn die Temperatur zu niedrig ist: Der Farbstoff (insbesondere der in Pastillen) löst sich nicht vollständig auf. Es bleiben kleine Punkte zurück, die Sie erst in der fertigen Kerze sehen werden.
-
Wenn die Temperatur zu hoch ist: Sie können den Farbstoff „verbrennen“, was seinen Farbton verändert, oder das Wachs verliert seine Eigenschaften.
Nach Zugabe des Farbstoffs das Wachs ca. 2 Minuten sanft rühren. Dadurch wird sichergestellt, dass die Farbpartikel sich mit jedem Fettmolekül im Wachs verbinden. Erst wenn die Temperatur auf etwa 50-60°C gesunken ist (je nach Empfehlung des Wachsherstellers), können Sie das Duftöl hinzufügen und die Kerze in das Gefäß gießen.
Zusammenfassung
Das Herstellen farbiger Kerzen ist ein Prozess des Ausprobierens. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die erste Charge nicht perfekt ist. Beachten Sie die Temperaturen, wählen Sie Kerzenfarben (und keine Lebensmittelfarben!) und spielen Sie mit den Farben. Die Zufriedenheit, wenn Sie eine selbstgemachte, intensiv saphirfarbene Kerze anzünden – unbezahlbar.